Bücher und Artikel, die tiefer in die Verhaltensökonomie führen. Keine Affiliate-Links, keine Provision, keine Empfehlungsvergütung.
Die folgende Auswahl orientiert sich an den Themen dieses Blogs: Verlustaversion, Status-quo-Bias, kognitive Trägheit und verwandte Konzepte. Die Bücher sind nach Zugänglichkeit geordnet, nicht nach Erscheinungsjahr.
Der Ausgangspunkt für viele Konzepte dieses Blogs. Kahneman beschreibt zwei Denksysteme: das schnelle, intuitive System 1 und das langsame, rationale System 2. Verlustaversion und viele andere Verzerrungen entstehen im Zusammenspiel beider Systeme. Das Buch ist zugänglich geschrieben und verzichtet auf unnötige Fachsprache.
Thaler und Sunstein beschreiben, wie Entscheidungsarchitektur das Verhalten beeinflusst. Der Status-quo-Bias spielt dabei eine zentrale Rolle: Wer als Standard-Option gesetzt wird, gewinnt. Das Buch erklärt, warum Voreinstellungen so mächtig sind und wie sie in der Praxis eingesetzt werden.
Ariely zeigt anhand von Experimenten, wie irrational menschliche Entscheidungen systematisch sind. Besonders relevant für diesen Blog: seine Kapitel zu Verlustaversion und zu den psychologischen Kosten von Entscheidungen. Auf Deutsch erschienen als "Denken hilft zwar, nützt aber nichts".
Thaler beschreibt die Geschichte der Verhaltensökonomie aus seiner eigenen Perspektive. Das Buch ist gleichzeitig Wissenschaftsgeschichte und Einführung in die Disziplin. Besonders interessant: die Kapitel zu mentaler Buchführung und dazu, wie Menschen Verluste und Gewinne in getrennten Konten verbuchen.
Lewis beschreibt die Zusammenarbeit zwischen Daniel Kahneman und Amos Tversky, die die Grundlage der modernen Verhaltensökonomie bildete. Das Buch ist als Biographie geschrieben und erklärt die Forschung durch die Lebensgeschichten der Wissenschaftler. Zugänglich auch ohne Vorkenntnisse.
Der Grundlagenartikel zur Prospect Theory, in dem Verlustaversion erstmals formal beschrieben wird. Erschienen in Econometrica. Der Artikel ist mathematisch, aber die zentralen Abbildungen sind auch ohne Formalkenntnisse verständlich. Er bildet die theoretische Grundlage für viele Konzepte auf diesem Blog.
Der Artikel, der den Begriff "Status-quo-Bias" prägte. Samuelson und Zeckhauser zeigten in mehreren Experimenten, dass Menschen bestehende Zustände bevorzugen, selbst wenn eine Änderung objektiv vorteilhaft wäre. Erschienen im Journal of Risk and Uncertainty.